Agnes von Habsburg (1281–1364) war eines der zahlreichen Kinder des deutschen Königs Albrecht I. von Habsburg. Sie heiratete den ungarischen König Andreas III. aus dem Geschlecht der Arkaden und verwitwete früh. Danach leitete sie jahrzehntelang die Geschicke des habsburgischen Gedächtnisklosters Königsfelden, ohne förmlich in den Konvent einzutreten.
Ein Altarbehang oder Antependium (das «Davor-Hängende») ist ein meist aus Stoff gefertigter Schmuck für die Vorderseite eines Altares.
Das «Ancien Régime» (französisch «alte Ordnung», «frühere Regierung») bezeichnet für Bern die patrizische Herrschaft vom ausgehenden Mittelalter bis zum Einfall der französischen Truppen in Bern 1798.
Bildtafel mit religiösen Darstellungen, die der persönlichen Andacht dient und keine feste liturgische Funktion hat.
Andreas III. von Ungarn (um 1265–1301) war der Sohn einer venezianischen Patrizierin und des jüngsten Sohnes des ungarischen Königs Andreas II. Von 1290 bis 1301 war er der letzte König von Ungarn aus dem Geschlecht der Arkaden. In zweiter Ehe war er mit Agnes von Habsburg verheiratet.
Der zähringische Herzog Berchtold der V. gründete 1191 die Stadt Bern, anknüpfend an den Machtausbau seines Vaters in der Region. Er setzte sich militärisch gegen den burgundischen Adel und den Bischof von Lausanne durch. Sein Tod ohne Nachkommen war eine Grundvoraussetzung für die relative Unabhängigkeit der Stadt Bern und ihren Aufstieg. Besonders im 16. Jahrhundert inszenierten die Berner Herren ihren glücklicherweise kinderlosen Gründungsvater in zahlreichen Kunstwerken und Inszenierungen.
Die Stadt Bern ist eine Einwohnergemeinde und Hauptort des gleichnamigen Kantons. Als «Bundesstadt» nimmt sie für die Schweiz die Funktion der Hauptstadt wahr. Als Sitz der städtischen und grosser Teile der kantonalen sowie eidgenössischen Verwaltung ist Bern das grösste Zentrum öffentlicher Verwaltung des Landes. Im 15. Jahrhundert war der Stadtstaat Bern massgeblicher Kriegstreiber in den Burgunderkriegen.
Die Begriffe, die wir zur Bezeichnung von gewaltsam angeeigneten Gegenständen verwenden, sind uneindeutig und veränderlich. Beute oder Kriegsbeute impliziert eine kulturell und rechtlich begründete Aneignung von Gegenständen als Teil eines militärischen Sieges. Im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Deutsch wurde dafür oft der Begriff «Beute» verwendet. Das englische Wort «loot», das zu einem allgemeinen Begriff für gewaltsam, meist illegal erbeutete Gegenstände geworden ist, kam erstmals im späten 18. Jahrhundert in Gebrauch.
Unser heutiger Blick auf Museeumsobjekte stellt grundsätzlich die Frage nach gewaltsamer Aneignung, die über historische Vorstellungen von Beute hinausgehen. Was ist mit religiösen Gegenständen, die in Konflikten wie der Reformation konfisziert oder zerstört wurden? Kann man von «konfessioneller» Plünderung sprechen? Ethische Fragen und Bewertungen, die wir heute in Bezug auf die Erbeutung von Gegenständen im Kriegskontext haben, galten nicht unbedingt für frühere historische Epochen. Dennoch ist es wichtig, zu verstehen, wie unter Zwang angeeignete Gegenstände oft zu kulturellem Erbe gemacht werden.
In Listen wurden im Nachgang von Schlachten Beutestücke aufgeführt. Besonders nach der Schlacht bei Grandson zeigte sich, dass die Obrigkeiten die Kontrolle über die Verteilung der Beute nur schwer durchsetzen konnten. Zunehmend wurden deshalb Beutemeister eingesetzt und in weiteren Listen Befragungen von Kriegern zu ihrer Beute erstellt.
Eine Bilddevise ist ein aus verschiedenen Elementen zusammengesetztes Zeichen, mit dem zunächst Adelsgeschlechter, später auch angesehe Familien Urkunden, Gebäude oder andere Dinge versehen haben und so als ihr Eigentum markierten.
Eine Bombarde ist ein Geschütz aus Eisen oder Bronze für Steingeschosse. Sie wurden häufig bei Belagerungen eingesetzt. (Donnerbüchse) war aus geschmiedetem Eisen. Die Pulverladung wurde am untere Ende, dem sog. Boden, eingefüllt. Diese Öffnung wurde durch Metall- und Holzkeile verschlossen. Die Kugel wurde am oberen Rohrende eingeführt.
Karl Silvan Bossard (1846–1914) war erfolgreicher Antiquar und Silberschmied aus einer Zuger Familie. Seine Arbeiten in historischem Stil und seine Tätigkeit als Restaurator und Experte waren nicht nur in seiner Zeit hoch geschätzt, sondern führten zu nachhaltiger Verwirrung über die Originalität bestimmter Objekte in historischen Sammlungen und den Grad seiner Eingriffe bei Restaurierungen.
In den Schlachten von Grandson und Murten verlor der burgundische Herzog einen grossen Teil seines Heerlagers an die siegreichen Eidgenossen und ihre Verbündeten. Neben Kriegsgeräten und Vorräten hatte er prächtige Ausstattungstücke aus kostbarsten Materialien mit in seinem Heerlager.
Dynastie des 15. Jahrhunderts aus einer Nebenlinie der französischen Könige. Die Dynastie endet mit dem Tod Karls des Kühnen auf Schlachtfeld in Nancy.
Zwischen 1474 und 1477 gibt es mehrere kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem burgundischen Herzog Karl dem Kühnen (1433–1477), dem führenden Fürsten Europas, und den Schweizern, d. h. den damals acht eidgenössischen Orten und ihren Verbündeten.
Karl der Kühne wollte seine Territorien vergrössern und geriet dabei in Konflikt mit Orten auf dem Gebiet der heutigen Schweiz, vor allem mit der mächtigen Stadt Bern. Plündernd zogen die Berner und weitere Verbündete 1475 durch die Waadt und eroberten zahlreiche Städte und Burgen. Es kam zu drei grossen Schlachten, derjenigen bei Grandson (2. März 1476), derjenigen bei Murten (22. Juni 1476) und derjenigen bei Nancy (5. Januar 1477).
Courtault (französisch) bzw. Curtall oder Curtal (englisch) leitet sich vom lateinischen curtus ab, was schlicht «kurz» bedeutet. Es war ein kurzes, grosskalibriges Geschütz des späten 15. und 16. Jahrhunderts, das besonders in der Belagerungs- und Marineartillerie eingesetzt wurde. Seine Stärke lag nicht in der Reichweite, sondern in der Handlichkeit und der schweren Feuerkraft auf kurze Distanz.
Diebold Schilling der Ältere (um 1436/39–1486) war Stadtschreiber, Chronist und einer der bedeutendsten Verfasser der spätmittelalterlichen Schweizer Bilderchroniken. Er nahm persönlich an den Burgunderkriegen teil – unter anderem in den Schlachten bei Grandson und Murten (1476) – ein Erlebnis, das seine Chronistik massgeblich prägte. Im Auftrag des Berner Stadtrats entstand zwischen 1474 und 1483 die dreibändige «Amtliche Berner Chronik», sein Hauptwerk. Daneben verfasste er die «Grosse Burgunderchronik» (auch «Zürcher Schilling») sowie die «Spiezer Chronik». Sein Neffe, Diebold Schilling der Jüngere (vor 1460–1515), verfasste die «Luzerner Chronik».
Eine zweiteilige Tafel eines Reliefs oder eines Gemäldes. Die beiden Tafeln sind in der Mitte mit Scharnieren verbunden.
Der Begriff «Eidgenossen» geht im Kontext der Schweiz bis ins 13. Jahrhundert zurück. Er bezeichnete zunächst die wechselhaften Bündnisse alter Städte und Landorte im Raum der heutigen Schweiz. Die Eidgenossen wurden erst rückwirkend zu Gründungsvätern der modernen Schweiz erklärt. Ein Begriff, der lange für das politische Bündnis separater Herrschaften stand, erhielt die Bedeutung eines vereinten schweizerischen Volkes und seiner mythischen Geschichte.
«Fahne» bezeichnet ein Tuch- oder Stoffobjekt, das an einem Stab befestigt ist und ursprünglich als militärisches oder zeremoniales Zeichen diente. Im Unterschied zur Flagge, die primär ein politisch-territoriales Symbol darstellt und an einem festen Mast gehisst wird, ist die Fahne ein bewegliches, körpergebundenes Objekt: Sie wird getragen, mitgeführt und verkörpert die Identität und den Zusammenhalt einer konkreten Gemeinschaft – eines Regiments, einer Zunft, einer Stadt oder eines Fürsten. Fahnen besitzen daher einen ausgeprägt rituellen und materiellen Charakter: Sie werden geweiht, beerdigt, erbeutet und als Trophäen aufbewahrt. Der Verlust der Fahne im Kampf galt als schwere Niederlage und Ehrminderung; ihre Erbeutung als sichtbarer Beweis des Sieges. Fahnen sind häufig mit Inschriften, Wappen und Stickereien versehen, die ihre Geschichte und Zugehörigkeit markieren.
«Flagge» bezeichnet ein an einem Mast oder einer Stange gehisstes Tuch- oder Stoffobjekt, das primär als politisch-territoriales Symbol fungiert. Im Unterschied zur Fahne, die ein bewegliches, körpergebundenes und rituell aufgeladenes Objekt darstellt, ist die Flagge ein abstrakteres Zeichen staatlicher oder institutioneller Zugehörigkeit: Sie repräsentiert ein Land, eine Nation oder eine Organisation, ohne an eine konkrete Gemeinschaft oder einen spezifischen materiellen Träger gebunden zu sein.
Berner Patrizier, 1759–1835, tätig als Schreiber im Burgerspital, Mitglied der Bibliothekskommission und der Zensurkommission, engagierte sich im frühen 19. Jahrhundert für Berns Ausstellungswesen.
«Geistige Landesverteidigung» bezeichnet eine politisch-kulturelle Bewegung in der Schweiz, die von den 1930er bis in die 1960er Jahre dauerte und die Stärkung von als schweizerisch deklarierten Werten sowie die Abwehr des Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus zum Ziel hatte. Ab ca. 1932 wurde sie aktiv von Schweizer Behörden, Institutionen, Gelehrten, der Presse und Kulturschaffenden getragen und zielte auf einen Schulterschluss über Sprach-, Klassen- und Parteigrenzen hinweg.
Guillaume de la Baume (um 1430–vor 1501) war ein Adliger mit Besitz in der Waadt und der Grafschaft Bresse, der als Politiker, Diplomat und Militär zunächst im Dienst der Burgunderherzöge tätig war, später bei den Habsburgern und dem französischen König.
Gustav Gull (1858–1942) war ein Schweizer Architekt und Professor an der ETH Zürich. Er ist vor allem bekannt als Erbauer des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich (1898).
Die Habsburger sind ein europäisches Fürstengeschlecht, benannt nach ihrer Stammburg im Schweizer Kanton Aargau – wo Agnes von Ungarn 1308 das Kloster Königsfelden gründete. Seit dem Spätmittelalter zählten sie zu den mächtigsten Herrscherdynastien Europas: Sie stellten 21 römisch-deutsche Kaiser sowie die Kaiser von Österreich (1804–1918) und herrschten zeitweilig über ein Imperium, das Österreich, Ungarn, Böhmen, Teile Italiens, die Niederlande sowie die spanischen und portugiesischen Kolonialreiche in Amerika, Afrika und Asien umfasste. Das burgundische Erbe fiel den Habsburgern zu, als Karl der Kühne starb – Maximilian I. hatte Karls Tochter Maria von Burgund geheiratet.
Die Alte Eidgenossenschaft erlebte am Ende des 18. Jahrhundert Revolutionen und eine Besetzung durch französische Truppen. Zwischen dem Frühjahr 1797 und jenem von 1803 waren in vielen Orten französische Soldaten untergebracht, zur Unterstützung der neuen republikanischen Regierung. Die von Frankreich eingesetzte «Helvetische Republik» prägte den Begriff für diese Zeit — die «Helvetik». Französische Beamte und Offiziere annektierten für die Kriege Napoleons Geld, Naturalien und unter anderem auch Kriegsmaterial. Davon waren auch burgundische Beutestücke betroffen. Einige wurden als Trophäen und Sammlungsobjekte nach Paris verschleppt, andere wurden zerstört oder gingen verloren.
Pariser Goldschmied, der 1398 das «Drei Brüder» Juwel für Philipp den Kühnen angefertigte.
Jahrzeitfeiern sind kirchliche Gedächtnisfeiern mit Messen für das Seelenheil einer verstorbenen Person. Auch an Schlachtensiege gedachte man mit Jahrzeitfeiern.
Der besonders reiche Vertreter (1459–1525) einer Augsburger Kaufmannsfamilie baute durch Beziehungen zur Kaiserfamilie seinen politischen Einfluss und seine geschäftlichen Möglichkeiten aus. Aufgrund seiner Beziehung zu den Habsburgern, den Erben der burgundischen Herrschaft, war für ihn der Kauf der burgundischen Kleinodien aus der Beute der Basler nicht nur eine finanzielle sondern auch ein politische Investition.
Jakob Stammler (1840–1925) war katholischer Geistlicher und Kunsthistoriker. Ab 1876 amtete er in Bern als Priester. 1906 wurde der zum Bischof des Bistums Basel-Locarno gewählt.
Jenny Schneider (1924–2004) war Schweizer Kunsthistorikerin, Konservatorin und Museumsdirektorin. Sie studierte Kunstgeschichte an den Universitäten Basel und Leiden und promovierte 1954. Ab 1956 war sie als Assistentin, ab 1961 als Konservatorin für die Fachgebiete Glasmalerei und Textil am Schweizerischen Landesmuseum tätig, bevor sie 1971 zur Vizedirektorin aufstieg. 1982 wurde sie vom Bundesrat zur Direktorin des Landesmuseums ernannt – als erste Direktorin des Hauses und zugleich als erste Frau überhaupt, die ein Bundesamt leitete.
Herzog von Burgund von 1467–1476; reichster Fürst des damaligen Westeuropas, ambitionierter Feldherr, der gegen die Eidgenossen und ihre Verbündeten in den Burgunderkriegen sein Leben lassen musste.
Katharina Bühler (1828–1905) war ausgebildete Schneiderin und Stickerin aus Nesslau, SG. Sie lebte mit einer Schwester, einer Weissnäherin, und ihrem Bruder Christian Bühler, dem Grafiker, Heraldiker, Wappenmaler und Konservator der bernischen Gemäldesammlung in Bern.
Amtsträger eines Klosters, der die weltlichen Rechtsgeschäfte führte und die Finanzen und Besitztümer eines Klosters verwaltete.
Eine Konfession (von lateinisch «confessio», Bekenntnis) bezeichnet eine Untergruppe innerhalb einer Religion. Ihre Anhänger:innen teilen gemeinsame Glaubensinhalte, Riten und Organisationsformen. In der Reformation wurden «Altgläubige», d. h. die Anhänger des alten, bisherigen Glaubens, von den «Neugläubigen», den Anhängern der neuen reformierten Glaubensrichtung, unterschieden.
Ort, an dem 1308 das habsburgische Gedächtniskloster Königsfelden gegründet wurde. Hier wurde am 1. Mai 1308 der Hamburgische König Albrecht I. ermordet.
Massnahmen zum physischen Erhalt eines Kunstwerks.
Kunst- und Wunderkammern waren in der Renaissance und im Barock enzyklopädisch angelegte Sammlungen, die kostbare Kunstwerke («Artificialia»), seltene Naturalien («Naturalia»), wissenschaftliche Instrumente («Scientifica»), Objekte aus fremden Welten («Exotica») und wundersame Dinge («Mirabilia») vereinten.
Der Begriff Lafette bezeichnet ein Gestell für Geschütze, auf dem sie - meistens auf Rädern - montiert und mit dem sie transportiert wurden. Sie unterstützen das Ausrichten der Geschütze und helfen, den Rückstoss abzufedern.
Gesamtheit der gottesdienstlichen Feiern und Riten einer Religionsgemeinschaft.
Mailand ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Italiens und Hauptstadt der Region Lombardei sowie der Metropolitanstadt Mailand. Die Metropolregion war 2006 mit 7,4 Millionen Einwohnern der größte italienische Ballungsraum.
Im Druck oder bei der handschriftlichen Buchherstellung anfallendes fehlerhaftes Abfallpapier.
Maria von Burgund (1457–1482) war das einzige Kind von Herzog Karl dem Kühnen und daher die Alleinerbin der burgundischen Territorien.
Maximilian von Habsburg (1459–1519), Sohn des deutschen Kaisers Friedrich III., heiratete 1477 Maria von Burgund und sicherte so einen Teil der burgundischen Territorien für das Reich der Habsburger. 1486 wurde er zum römisch-deutschen König gewählt.
Mechthild Flury-Lemberg (* 21. Februar 1929 in Hamburg) ist eine Schweizer Textilrestauratorin und eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Textilkonservierung des 20. Jahrhunderts. Nach einem Studium der Textilgestaltung in Hamburg sowie der Kunstgeschichte in Kiel und München war sie drei Jahrzehnte lang Leiterin der Textilabteilung der Abegg-Stiftung in Riggisberg, die sie maßgeblich aufbaute und prägte. Flury-Lemberg ist Autorin mehrerer Standardwerke der Textilkonservierung, darunter «Textile Conservation and Research» (Abegg-Stiftung, 1988).
Ein 1430 von Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, gegründeter Ritterorden.
Kirchliche Erneuerungsbewegung des frühen 16. Jahrhunderts, die zu einer Spaltung des Christentums in Katholiken («Altgläubige») und Protestanten («Neugläubige») führte.
Gefäss oder Behälter, in dem Reliquien aufbewahrt werden.
Reliquien (von lateinisch «reliquiae», Überresten) sind die verehrten Überbleibsel einer heiligen Person.
René II. von Lothringen (1451–1508), Herzog von Lothringen und Bar sowie König von Neapel und Jerusalem (dem Titel nach), war eine der zentralen politischen und militärischen Figuren Westeuropas am Ausgang des Mittelalters. Seinen entscheidenden historischen Moment erlebte René II. in der Schlacht von Nancy (1477), in der er Karl den Kühnen von Burgund besiegte und tötete. Der Sieg sicherte die Unabhängigkeit Lothringens gegenüber dem burgundischen Expansionsdrang und verhinderte die territoriale Verbindung der burgundischen Niederlande mit den südlichen Besitzungen.
Restaurierung bezeichnet die aktive Behandlung eines Kunstwerks oder Kulturguts mit dem Ziel, seinen ursprünglichen Zustand wiederherzustellen oder sichtbare Schäden zu beheben. Im Unterschied zur Konservierung, die primär auf die Stabilisierung und Bewahrung des bestehenden Zustands zielt, greift die Restaurierung gezielt in das Objekt ein – etwa durch die Retusche von Fehlstellen, die Festigung von Malschichten oder die Ergänzung verlorener Teile. Seit dem 20. Jahrhundert ist die Restaurierung als eigenständige wissenschaftliche Disziplin anerkannt, die ethische Grundsätze wie Reversibilität, Erkennbarkeit von Eingriffen und Respekt vor der Originalsubstanz verpflichtet ist.
Der Entzug kirchlicher Hoheit-, Besitz- und Nutzungsrechte durch den Staat ohne die Zustimmung der betroffenen Kirche.
Schlacht vom 2. März 1476 vor den Toren von Grandson zwischen den burgundischen Truppen unter Herzog Karl dem Kühnen und den Eidgenossen und ihren Verbündeten. Letzteren fiel eine reiche Kriegsbeute in die Hände.
Verlustreiche Schlacht vom 22. Juni 1476 vor den Toren von Murten zwischen den Truppen Herzog Karls des Kühnen und den Eidgenossen mit ihren Verbündeten.
Der bei einem Gewebe quer durch die Kettfäden geführte Faden. In einer Tapisserie bestimmt er die sichtbaren Farben und Motive.
Schweizerisches Nationalmuseum (SNM) ist die bedeutendste kulturgeschichtliche Museumseinrichtung der Schweiz. Die Gründungsdebatte wurde 1883 durch den Zürcher Nationalrat Salomon Vögelin angestoßen; nach einem Standortstreit zwischen Zürich, Basel, Bern und Luzern setzte sich Zürich 1891 durch. Das Hauptgebäude – ein historistischer Schlossbau von Gustav Gull – wurde 1898 eröffnet. Die Sammlung umfasst über 870 000 Objekte in 14 Sammlungsbereichen, darunter Archäologie, Waffen und Militaria, Textilien, Möbel, Münzen sowie Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Schenker/Schenkerin von Wertgegenständen an eine kirchliche Institution.
Seit dem späten 15. Jahrhundert waren Mitglieder der Familie Strübin in Liestal Teil der örtlichen Elite und damit Teil des Rates.
In der Wirktechnik, einer speziellen Webart, erstellter Wandbehang.
Das deutsche Wort «Trophäe» hat ebenso wie «Spolie» (Kriegsbeute) einen antiken Ursprung. Das griechische tropaion bezeichnete ein Arrangement von Kriegsbeute. Dem Feind abgenommene Waffen und andere Objekte wurden auf dem Schlachtfeld aufgestellt und in Tempeln präsentiert. Als öffentlich sichtbares Zeichen des Sieges besass das Tropaion eine religiöse und politische Bedeutung, die es von Beute als allgemeine Kategorie unterschied. In Konfliktsituationen wurden jedoch auch Objekte erbeutet, die sich nicht eindeutig durch bestehende Kategorien oder Begriffe wie «Beute» erfassen liessen.
Der vielseitig aktive Kunsthandwerker (ca. 1485-1528) erlebte als Söldner verschiedene Kriegsschauplätze selbst mit und liess sie in seine Kriegsdarstellungen einfliessen.
Eine Votivgabe ist ein Gegenstand, der Gott oder einem Heiligen bzw. einer Heiligen dargebracht wird. Sie wird typischerweise in Kirchen oder Wallfahrtsstätten hinterlassen, oft nach einer Gebetserhörung – etwa nach Genesung von einer Krankheit oder Rettung aus einer Notlage. Solche Objekte konnten ganz unterschiedlicher Art sein – von kostbaren Silberketten, Gemälden und Skulpturen bis hin zu einfachen Wachsgüssen.